WIE ÜBE ICH?

YOGA NIDRA wird mehrheitlich liegend praktiziert. In der Rückenlage, mit den Handflächen nach oben, entspannt einerseits der Schultergürtel-/Nackenbereich und andererseits im übertragenen Sinne wird „das Handeln“ abgelegt. Die Füsse lässt man los, so dass die Zehen nach aussen gerichtet sind, um nicht ins vorwärtsgehen zu kommen sondern um im JETZT zu bleiben. Wenn das Üben ohne Kissen unbequem ist, leg ein dünnes Kissen oder eine gefaltete Decke unter deinen Kopf. Wenn du Beschwerden im unteren Rücken hast, leg dir eine gerollte Decke oder ein Kissen zur Entlastung des unteren Rückens unter die Kniekehlen. Wenn du nicht auf dem Rücken liegen kannst, wie beispielsweise bei straken Rückenproblemen, in der Schwangerschaft oder aus anderen Gründen, praktiziere YOGA NIDRA in der Seitenlage oder aufrecht sitzend mit einer Stuhllehne oder Wand als Stütze im Rücken. So könntest du auch punktuell im Auto als BeifahrerIn oder im ÖV üben. 

In der Seitenlage kannst du ein Kissen zwischen die Beine legen und eine Decke zwischen Arm und Kopf. 

Schau, dass du dich warm hältst, dass du gut liegst, dass es dir bequem ist. Diese Selbstfürsorge ist wichtig, damit nicht dauernd eine Info an dein Gehirn reinkommt: „Kalt, unbequem…“ Denn deine Bewusstseinsantennen sollen sich auf dein tiefes Inneres richten können und nicht abgelenkt sein. 

Richte es dir so ein, dass du für die Dauer der Übung ungestört sein kannst. Stell die Lautstärke des Audios für deine Bedürfnisse ein. 


Für die Alltagspraxis sind Übungen von einer Dauer zwischen 10 bis 20 Minuten empfohlen. Übe nach Möglichkeit mindestens zwei- bis dreimal pro Woche oder noch besser täglich. 

In der Therapie (Schmerzlinderung, Anregung der Selbstheilungskräfte) gilt: je länger praktiziert wird, desto besser. Auf YouTube findet man Übungen, die eine Stunde oder länger andauern. 

Das Tempo für die Anweisungen sollte so sein, dass sich die Wahrnehmung rasch bewegen muss. Denn der Sinneseindruck darf nicht lange an einem Punkt verweilen, er bewegt sich von einem Körperteil oder Bild zum nächsten. Verstreicht zu viel Zeit zwischen zwei Wahrnehmungen, dann bleibt Zeit zur Einkehr und somit tauchen vielleicht Bilder aus der Psyche auf, welche die Übung stören. Schafft man es, sich das Genannte sehr genau vorzustellen, ist man aufnahmebereit und nicht wirklich entspannt. Muss man sich jedoch anstrengen, deutet dies wiederum auf Zerstreuung hin. YOGA NIDRA ist keine Konzentrations- sondern eine Wahrnehmungs- und Entspannungsübung. Es geht darum, ungezwungen, entspannt und in Frieden mit sich selbst zu üben. Gelegentliches Abschweifen, was immer wieder passiert, kann hilfreich sein, denn es hält die Beobachtung aufrecht und verhindert das Einschlafen.  Wenn Menschen jedoch während des Übens einschlafen, ist dies unproblematisch, weil das Unterbewusstsein auch im Schlaf erreicht wird. Je regelmässiger geübt wird, desto besser gelingt es wiederum, wach und fokussiert zu sein. Das hilft, Präsenz zu entwickeln und Tiefenentspannung entsteht vor allem, wenn man nicht einschläft.

 

Schmerz, Steifheit und allgemeine Körperverspannungen erschweren eine entspannte YOGA NIDRA Übung. In diesem Fall ist es empfehlenswert, vor YOGA NIDRA ein paar Asanas zu üben oder sich sonst auf eine Art zu dehnen und strecken. Eine gute Variante sind einige Runden Surya Namaskar (siehe nachfolgendes Video). Hier werden die Muskeln und Gelenke besonders wirkungsvoll gelockert und die inneren Organe massiert. 


Nimm dir nach dem Üben von YOGA NIDRA kurz Zeit, um dich noch im Liegen zu strecken und zu bewegen. Während YOGA NIDRA sinken durch die körperliche Entspannung Blutdruck sowie Puls- und Atemfrequenz. Steh deshalb langsam und vorsichtig auf. Dein Kreislauf braucht einen Moment, um wieder in Schwung zu kommen. Trinke nach dem Aufstehen etwas, beweg dich und öffne das Fenster, um frische Luft einzuatmen.