Antar Mouna oder die Gedankenbeobachtung
Indem wir unsere Gedanken aufmerksam beobachten üben wir die Gedankenstille
Antar Mouna bedeutet auch „Innere Stille“. Der Beobachter betrachtet sich selbst und wird zum Zeugen seiner Gedanken und Gefühle. Wichtig ist, die Gedanken nur wahrzunehmen, nicht daran festzuhalten oder sie zu bewerten, und sie wieder gehen zu lassen. Auch negative Gedanken dürfen auftauchen, denn verdrängt, verursachen sie grosse innere Spannungen bis hin zu körperlichen Symptomen. Bei aufkommenden negativen Gedanken ist es besonders wichtig, diesen nicht nachzugehen oder ihnen Raum zu geben, sondern sie wieder gehen zu lassen. Manchmal ist es auch notwendig, solche Gedanken mit einem klaren „STOPP“ oder "NICHT JETZT" nachdrücklich abzuweisen.
Wie können Körper und Geist in Harmonie sein, wenn Gedanken oder Energie in alle Himmelsrichtungen zerstreut sind? Diese Frage stellt sich in der heutigen Zeit berechtigterweise. Denn wir sind in unserer entwickelten Welt so vielen Ablenkungen jeglicher Art ausgesetzt, dass wir im Alltag nur noch schwer in die Ruhe finden. Wie wohltuend wären doch regelmässige kleine Pausen, welche wir ganz konsequent mit bewusster Atmung, Gedankenbeobachtung oder Bewegung in der Natur füllen könnten?
Wie bewusst sind wir uns, dass jegliche Form von Gedanken irgendeine Form von Energie erzeugen, welche sich in der Persönlichkeit, in den Muskeln, Gefühlen und Gedanken ablegt? Steht ein Mensch unter Anspannung wird also sein Verhalten davon geprägt.
Nach buddhistischer Lehre geht der Geist allem Reden und Handeln voraus. Deshalb ist es unsere Aufgabe, diesen Geist zu kennen, um mit ihm richtig umgehen zu können. Dazu dient die Gedankenbeobachtung, bei der es darum geht, alle negativen, herabziehenden, beunruhigenden, angstvollen und lähmenden Gedanken zur Ruhe zu bringen und sich nicht mehr von ihnen bestimmen oder verstimmen zu lassen und, diese durch positive Gedanken zu ersetzen. Konzentration ist das Mittel, um diese Gedankenbewegungen zu bändigen, welche von Prägungen aus der Vergangenheit, Gewohnheiten, alten Reaktionsmustern, tief eingeprägten Erfahrungen und Charakterzügen beeinflusst sind.
Wir können lernen uns zurückzunehmen, uns wie von Aussen betrachten und somit unseren Denksinn lenken.